

Visionen einer lebendigen Flusslandschaft
„Can I show landscape as the protagonist of an adventure in which humans are only one kind of participant?” – Anna Tsing
Wie viele Schweizer Flüsse wurde die Thur im 19. Jahrhundert durchgehend kanalisiert. Uferverbauungen haben ihre Fähigkeit, fliessende Übergänge zwischen Land und Wasser zu gestalten eingeschränkt. Durch Revitalisierungsbemühungen wird die Thur zukünftig an vielen Stellen wieder selbstbestimmt fliessen. Die IG Lebendige Thur setzt sich für eine Flusslandschaft ein, in der viele Lebewesen miteinander existieren. Wie diese Zukunft aussehen wird, ist noch ein Raum der Verhandlung.
Mit der Entwicklung eines fragmentarischen Bildes der Flusslandschaft wird dieser Raum erforscht. Dokumentationen und Sammlungen von sinnlichen Erfahrungen am Fluss verdichten eine Interpretation der Gegenwart, die mögliche Wege in die Zukunft bildet.
Die Zeichnungen, zusammengesetzt aus zeitlich und perspektivisch versetzten Erlebnissen am Fluss erlauben eine langsame Annäherung an die Komplexität von Landschaften. Sie reflektieren die Flusslandschaft in ihrer Veränderlichkeit und folgen dabei dem Flusswissen.
Das Zukunftsbild entstand in Zusammenarbeit mit Christian Hossli der IG Lebendige Thur. Es lädt dazu ein, sich eine Zukunft vorzustellen, die sprudelt, mäandriert, versickert und sich vollsaugt.
Jasmin Dölle
BA-Diplome 2026
jasmin-lehnitz@freenet.de
@compostdiv4
Mentorat: Anita Dettwiler
Kooperation: Christian Hossli
IG Lebendige Thur