Was Bilder wissen
Seit 75 Jahren macht die ZHdK Wissen sichtbar, die Fachrichtung Knowledge Visualization feiert Jubiläum. Doch wie verändert sich eine Disziplin, wenn Bilder heute nicht mehr nur erklären, sondern zunehmend mitbestimmen, wie wir die Welt verstehen? Ein Blick zurück – und nach vorn.
Bevor Wissen zirkuliert, argumentiert oder diskutiert wird, muss es zunächst einmal sichtbar gemacht werden. In Zeichnungen, Modellen, Diagrammen oder Bildern. Seit 75 Jahren beschäftigt sich die ZHdK mit genau dieser Schnittstelle zwischen Erkenntnis und Gestaltung. Was 1951 mit dem ersten Diplomabschluss eines wissenschaftlichen Zeichners an der damaligen Kunstgewerbeschule begann, ist heute ein international einzigartiger Studien- und Forschungsbereich am Departement Design. Im Jubiläumsjahr blickt die Fachrichtung Knowledge Visualization nicht nur zurück auf ihre Geschichte, sondern auch auf die Rolle von Bildern in einer zunehmend komplexen Welt. Zwischen wissenschaftlicher Präzision, gestalterischer Handschrift und neuen Technologien entstehen hier Visualisierungen, die Zusammenhänge lesbar machen – von Medizin und Archäologie bis hin zu Klimakrise, KI und gesellschaftlicher Transformation. Im Gespräch erzählen Karin Seiler, Leiterin Bachelor Knowledge Visualization, und Niklaus Heeb, Leiter Fachrichtung Knowledge Visualization, wie sich die Disziplin verändert hat – und weshalb Bilder heute stärker denn je mitbestimmen, wie Wissen entsteht und verstanden wird.
