Ways into Being
Zum fünften Mal war REFRESH x Fantoche Teil des internationalen Festivals für Animationsfilm in Baden. Rund 800 Besucher:innen entdeckten vom 2. bis 6. September 2026 in der Stanzerei Arbeiten an der Schnittstelle von Design, Kunst und Technologie.
Was passiert, wenn ein Game, eine Installation oder ein Video sich regt und wie ein Lebewesen Interaktion mit seiner Umwelt tritt? Die diesjährige Ausstellung «REFRESH x Fantoche. Ways into Being.» lud dazu ein, genau das zu erleben.
Wände bestückt mit iPads, aus denen es schnarcht und grummelt: In der spielerisch-installativen Arbeit «Sleeping Giant» von Design-Studierenden Sebastian Winter, Gianmarco Di Vincenzo und Asya Fischer, entstanden im Minor Digital Play, näherten sich die Besucher:innen einem schlafenden Riesen mit zärtlicher Vorsicht und Erstaunen.
Wie ein auf einer Eisscholle treibender Roboter gleichzeitig Schauder, Faszination und Fürsorge auf Seiten des Publikums erzeugen kann – und warum dies für die zeitgemässe Diskursführung im Bereich der Robotik absolut unerlässlich ist –, stellte das Schweizer Künstler:innen-Duo AATB in ihrer ersten interaktiven Videoarbeit eindrücklich unter Beweis.
Zum absoluten Publikumsliebling entwickelte sich in kürzester Zeit das Simulationsspiel «Everything». Die Frage «Was wäre, wenn?» ist im Spiel des international renommierten Medienkünstlers David OReilly Programm: Die Spieler:innen können alles verkörpern, was sie dort vorfinden – vom Grashalm, über einen Marienkäfer bis hin zur Milchstrasse. Die ins Absurde kippenden Szenen mit gleichzeitigem philosophischem Tiefgang berührten regten unter den Besucher:innen der Ausstellung zum Gespräch an.
Führungen, Talks und Einblicke
Die gut besuchten Führungen ermöglichten einen tieferen Einblick in die Kuration und die Designprozesse der einzelnen Arbeiten und luden die Besucher:innen anschliessend zur Diskussion der präsentierten Inhalte ein. Insbesondere die Führungen für Schulklassen fanden dieses Jahr regen Anklang.
Im Artist-Talk «Big Players» gaben Andrea Anner und Thibault Brevet Einblicke in ihr Studio AATB, das sich im Bereich der nicht-industriellen Robotik bewegt. Sie ermunterten das Publikum zu «Hacking», «Out-of-the-Box-Denken» und Humor in der Auseinandersetzung mit Maschinen und technologischen Systemen.
Mit einem gelungenen Mix aus nationalen Talenten und internationalen Künstler:innen bereicherte REFRESH auch dieses Jahr das Animationsfilmfestival Fantoche. Wie entsteht der Eindruck von Eigenleben im Digitalen? Warum ist es unbedingt wichtig, dass wir technologischen Entwicklungen gegenüber kritisch bleiben? Wie können die Künste und das Design den Diskurs um technologischen Fortschritt aktiv und im positiven Sinne mitbestimmen?
Die fünfte Ausgabe von REFRESH x Fantoche gab Denkanstösse und regte zur Selbstreflexion an. Gleichzeitig motivierte sie zum interdisziplinären Austausch und zeigte auf, wie wichtig Gemeinschaft, Empathie und Experimentierfreude bei der Bewältigung der drängenden Themen unserer Zeit sind.
Kollaboration REFRESH und Fantoche Film Festival
Die langjährige Zusammenarbeit zwischen REFRESH und Fantoche zeigt auf, wie wichtig interdisziplinäre Kollaborationen zwischen Künstler:innen und Designer:innen sind. Zudem bietet sie für Designstudierende niederschwellige Vernetzungsmöglichkeiten mit internationalen Animationsfilmschaffenden an. Hinter REFRESH stehen das Departement Design und der Immersive Art Space der ZHdK.
