Agelia petelii
Chi Lui Wong
2017 / Tusche
Die Arbeit „Agelia petelii“ (2017) von Chi Lui Wong entstand im Unterricht von Armin Coray und zeigt einen mit dem Rapidografen in Tusche umgesetzten Käfer. Die Arbeit basiert auf der Beobachtung mit dem Stereoskop, das eine stark vergrößerte und räumlich differenzierte Betrachtung des Objekts ermöglicht. Kleinste Strukturen und Oberflächenmerkmale werden sichtbar und können zeichnerisch interpretiert und abstrahiert werden.
Die Übersetzung dieser komplexen visuellen Informationen in eine reduzierte Schwarz-Weiss-Darstellung verlangt ein hohes Maß an Beobachtungsgabe und gestalterischer Präzision. Zentral ist dabei die Raumumsetzung durch Linie und Punkt. Anstelle flächiger Schattierungen entstehen Volumen, Tiefe und Materialität durch unterschiedliche Punktdichten und lineare Strukturen. Die punktierte Tuschetechnik erzeugt eine kontrollierte Abstraktion, bei der sich räumliche Wirkung aus der Verdichtung elementarer Zeichen entwickelt.
Die Kombination aus mikroskopischer Beobachtung, analytischer Abstraktion und präziser visueller Übersetzung macht die Zeichnung zu einem Werkzeug, das Wahrnehmung strukturiert und komplexe Naturformen verständlich macht.
Zum Zett-Beitrag mit Chi Lui Wong.
