Verhaltensschemen von Octopus vulgaris
Rolf Cigler
1981 / Aquarell
Die Arbeit „Verhaltensschemen von Octopus vulgaris“ (1981) von Rolf Cigler verbindet naturwissenschaftliche Beobachtung mit einer differenzierten illustrativen Darstellung des Octopus vulgaris. Sie untersucht nicht nur einzelne Bewegungs- und Verhaltensmuster, sondern auch den charakteristischen Habitus des Tieres – seine typische Körperhaltung, Dynamik und Ausdrucksform im Zusammenspiel von Bewegung und Umgebung.
Besonders prägnant ist der Einsatz illusionistischer Darstellungsmittel. Fein abgestufte Farbverläufe, Lichtführung und präzise modellierte Formen bewirken eine starke materielle Präsenz des Oktopus. Die spezifische Oberflächenbeschaffenheit der Haut wird mit großer Sensibilität dargestellt. Die Fähigkeit des Tieres, Form und Oberfläche ständig zu verändern, macht die Darstellung von Textur zu einem zentralen gestalterischen Element.
Die Kombination aus wissenschaftlicher Genauigkeit und atmosphärischer Bildwirkung, sowie die Verbindung von Habitus, Materialität und Bewegung, schaffen Nähe zum Tier und verknüpfen den Zugang zu wissenschaftlicher Information mit sinnlicher Wahrnehmung.




