Bärenspinner
Karin Seiler
1990 / Aquarell
Die Arbeit „Bärenspinner“ (1990) von Karin Seiler ist eine Aquarellstudie, die sich der Darstellung eines Tagfalters im Kontext klassischer naturwissenschaftlicher Illustration widmet. Im Zentrum steht der Habitus des Tieres – also seine charakteristische Erscheinungsweise, Körperhaltung und Gesamtwirkung –, der präzise beobachtet und in eine klare kompositorische Bildstruktur überführt wird.
Die Aquarelltechnik unterstützt dabei die feine Ausarbeitung von Flügelstruktur, Behaarung und Farbverläufen. Durch kontrollierte Transparenzen und subtile Tonabstufungen entsteht eine differenzierte Darstellung, die sowohl die Materialität des Insekts als auch dessen fragile Erscheinung betont. Die kompositorische Klarheit macht den Bärenspinner nicht nur erkennbar, sondern auch in Habitus wie Habitat verständlich und einprägsam.
Die Komposition ist auf die didaktische Lesbarkeit und die systematische Vermittlung biologischer Merkmale ausgerichtet. Die Arbeit entstand im Rahmen eines Klassenauftrags für ein Schmetterlings-Quartett und ist damit explizit in einen didaktisch-pädagogischen Kontext eingebunden, der naturkundliche Inhalte spielerisch und zugleich präzise zugänglich macht. Die Illustration fungiert hier als Baustein eines Lehrmediums, das Wissen strukturiert vermittelt und visuell verankert.
Karin Seiler ist seit 2006 Dozentin im Bachelor Major Knowledge Visualization, den sie seit 2017 auch leitet.





