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Fleisch

Eine malerische Untersuchung des menschlichen Körpers

Wir sprechen selten von „Fleisch“, wenn wir unsere Körperlichkeit meinen, eher vielleicht von „Körper“ oder auch „Haut“. Aber worin liegt der Unterschied zwischen diesen sehr unterschiedlich wirkenden Begriffen, die schliesslich ein und dasselbe beschreiben? Ab wann wird ein „Körper“ zu „Fleisch“? Diese Arbeit untersucht die Fleischlichkeit des menschlichen Körpers in einer Serie von Ölgemälden.

Der Begriff „Fleisch“ löst in uns vielseitige Assoziationen aus, die von Tod und Vergänglichkeit über Gewalt und Konsum bis hin zu Sinnlichkeit und noch viel weiterreichen. Der Anblick eines Schlachtkörpers beispielsweise führt vielen von uns unumgänglich vor Augen, welche frappierende Gemeinsamkeit vorliegt; unser Fleisch. Dennoch sprechen wir selten von „Fleisch“, vielmehr von „Haut“ oder „Körper“. Aber worin liegt der Unterschied zwischen diesen sehr unterschiedlich wirkenden Begriffen, die schliesslich ein und dasselbe beschreiben? Ab wann wird ein „Körper“ zu „Fleisch“?

Nach einer kunstgeschichtlich-philosophischen Auseinandersetzung mit der Mensch-Fleisch-Beziehung im schriftlichen Teil meiner Bachelorarbeit beschäftige ich mich in der vorliegenden Serie mit der Fleischlichkeit des Körpers im Dialog mit der Ölmalerei. Dabei spüre ich der Ambivalenz von Fleischlichkeit und Körperlichkeit nach, indem ich meinen eigenen Körper möglichst in einem neuen, ungewohnten Licht darstelle.

Die einzelnen Bilder der vorliegenden Serie sind durch einen Prozess der Schichtung entstanden, wobei sich auf- und abbauende Phasen abwechselten. So wurde beispielsweise eine erste Schicht mehrheitlich in Grautönen angelegt, nach ihrer Trocknung entweder partiell oder gänzlich transparent oder deckend übermalt, um - mitunter mit Schleifpapier und Malmesser - erneut bearbeitet zu werden. Ein organischer Prozess, der sich beliebig neu kombinieren lässt. Zu jedem Zeitpunkt gilt es, die neu entstandene, zuweilen unerwartete Wirkung des Motivs im Hinblick auf seine Körperlichkeit und Fleischlichkeit scharfäugig zu reflektieren. Gerade der Anteil an Überraschungen während des Vorgehens legte nahe, dem Punkt nachzufühlen, wo Körperlichkeit in Fleischlichkeit zu kippen scheint. Und nach jedem weiteren Schritt kann sich wieder alles ändern; ein Katz- und Maus-Spiel, das gut zur Ambivalenz unserer Fleischlichkeit passt.

Berkant Dumlu
BA-Diplome 2017

Gestalterisches Mentorat: Werner Käser